Samstag, 19. Juli 2008

Echt arm !/?

Ich halte eigentlich nicht viel von vorschnellen Verurteilungen, aber es ist echt arm, wenn man aus einem reichen Land in ein armes Land kommt und sich dann von seinem vielen Geld so voll laufen lässt, dass man wie die ärmsten der Armen auf der Straße schläft. Aber selbst die schlafen nicht mit dem Kopf in einer vollgepissten Hecke neben toten Ratten. Und vor allem legen sie wenigstens einen Pappkarton unter.



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Freitag, 18. Juli 2008

Bangkoks Tierwelt: Die Autobahn in meiner Wohnung

Wer schon mal eine Ananas geschlachtet hat, weiß, dass das selbst wenn man es kann immer eine sehr saftige Angelegenheit ist und auch nach gründlicher Reinigung der Arbeitsfläche immer irgendwo zuckersüßer Saft kleben bleibt. Das lassen sich meine Mini-Ameisen natürlich nicht zweimal sagen und rücken sofort in Divisionsstärke und um sich zu laben. Und wo sie schon mal da sind richten sie auch gleich ihr neues Heim in der Ritze zwischen Türpfosten und Wand ein. Fortan fließt dann ein unendlicher Strom von Ameisen zwischen der Küchenzeile und dem Türpfosten hin und her. Gift hilft nicht. Das habe ich so oft versucht, dass mir beim letzten Mal drei Tage schlecht war.
Ich esse jetzt einfach kein Obst mehr.



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Donnerstag, 17. Juli 2008

Ich wohne in einem Slum

Ich weiß gar nicht ob ich es schon mal erwähnt habe, aber um meine Wohnanlage hat sich ein richtiger Slum gebildet. Die Bewohner sind meines Wissens nach alles Bauarbeiterfamilien aus dem Isaan.
Nachts ist die Buckelpiste, die von der Wohnanlage durch das Sumpfgebiet und den Slum führt nicht beleuchtet, aber ich hatte noch nie Angst da durchzulaufen. Nur in den frühen Abendstunden ist es ein bisschen eklig, weil dann die Fledermäuse so tief fliegen und ich Angst hab, dass mal eine in meinen Haaren hängen bleibt.
Die Häuser im Slum bestehen eigentlich nur aus einer handvoll Holzpfosten und sechs Wellblechen, die an die vier Wände und auf das Dach genagelt sind. Der Giebel ist dabei frei und Türen gibt es auch nicht. Die Bewohner duschen im Freien. Samstag abends geht es dort aber immer hoch her. Mor Lam-Musik und es wird fleißig getrunken und getanzt. Tagsüber wühlen die Leute im Bauschutt rum und hämmern die Stahlbewehrung aus den herumliegenden Betonteilen oder suchen im Müll nach Altglas, Papie, Plasitk und Dosen und allem anderen, das man zu Geld machen kann.
Abends verbrennen sie dann ihren Müll.
Insgesamt sind eigentlich alle, die ich so auf dem schlaglochübersäten Weg durch die Siedlung immer sehr zurückhaltend mir gegenüber, weil ich halt doch nicht nur aus einer anderen Welt, sondern auch aus einer anderen Klasse stamme. Trotzdem sitzen wir zusammen und essen und trinken am gleichen Tisch. Wenn`s die nicht stört…





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Montag, 14. Juli 2008

Ngaan Buat – Die Mönchwerdung von Gluai

Einmal im Leben sollte ein thailändischer Mann als Mönch auf Zeit im Kloster gelebt haben.
Das letzte Mal habe ich in Khon Kaen im Nordosten des Isaan dieser Zeremonie beigewohnt. Jetzt ist wieder Saison, denn üblichweise gehen die jungen Männer zu beginn der buddhistischen Fastenzeit Kao Pansaa ins Kloster und verbringen dort die Regenzeit.
Bevor ein Mann zum Mönch wird werden im alle Körperhaare abgeschoren. Den Anfang machen die Eltern und schneiden dem Sohn das Haupthaar. Danach machen die Verwandten und später die Freunde weiter, Ich durfte beziehungsweise musste auch mal ran.
Nachdem der Mann vollkommen „enthaart“ ist legt er eine zeremonielle weiße Robe an und nimmt dann Gaben, die er für den Mönchsalltag braucht von seinen Eltern entgegen. Dazu zählen etwa die orange Mönchsrobe, eine Taschenlampe Kerzen und Hygieneartikel.
Nach dem Aufsagen eines Gebetsspruches ist der junge Mann dann ein Mönch und alle müssen ihn mit Phra „Mönch“ vor seinem Namen anreden.
In diesem Fall waren die beiden jungen Mönche Gluai, den einige vielleicht noch aus dem Happy House kennen, und sein ältere Bruder.
Danach wird getanzt, der Teil, auf den ich mich immer am meisten freue. Die Zeremonie findet übrigens schon am frühen Vormittag statt und es ist durchaus üblich, dass sich die Freunde des Novizen reichlich zulaufen lassen bevor der Festumzug losgeht. Ich habe diesmal darauf verzichtet, aber trotzdem getanzt wie ein Derwisch.
Dreimal ging es um den Tempel herum, dann drohte uns allen der kollektive Hitzschlag und die Musikkapelle hatte ein Einsehen und hörte auf zu spielen. Ansonsten hätten wir noch weiter tanzen müssen.
Dann warfen die beiden neuen Mönche noch Geld unters Volk. Ein-Baht-Münzen, die in zu Blüten gefalteten Geschenkbändern verpackt sind. Je mehr man davon fängt um so besser. Ich hab nur zwei gekriegt, aber Oo, die zum Geier werden kann, sobald es was umsonst gibt, hatte die Taschen voll.
Dann hieß es ewig warten bis zum Essen. Das war zwar schon fertig, aber erst mussten die Mönche essen und das tun die immer erst nach elf.
Also hieß es darben. Hätte ich allerdings gewusst, wie satt ich danach sein würde, hätte ich das leere Gefühl im Magen sogar genossen. Es konnte ja keiner ahnen, dass es ein Zehn-Gänge-Menü bestehend aus zehn Hauptgerichten geben würde. Die Oo hatte das zwar angedeutet, aber geglaubt habe ich es nicht ganz. Aber den ausführlichen Bericht darüber gibt es später.













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Sonntag, 13. Juli 2008

Wie mein Schuh Chaos auf dem Bangkoker Flughafen verursachte

Ich weiß gar nicht, warum ich die Geschichte nicht schon früher erzählt habe:
Vor einiger Zeit bin ich mal wieder aus Singapur kommend auf Bangkoks zauberhaftem Suvarnabhumi Flughafen eingeschwebt. Normalerweise befindet sich der Taxistand direkt auf der Ankunfts-Ebene. Ich hatte aber nur Singapur-Dollar und einen 1000 Baht-Schein, den die Taxifahrer nicht annehmen, weil sie nicht rausgeben können. Deswegen beschloss ich noch mal mit meinem Gepäckwagen, das schräge Förderband zur Abflughalle hochzufahren um mir dort im 7/11 irgendwas kleines (Zigaretten) zu kaufen um Kleingeld zu bekommen.
Normalerweise rasten die Räder des Gepäckwagens auf dem Band irgendwie ein, so dass der Wagen von alleine stehen bleibt. So war es auch bei mir – allerdings nur die Hälfte der Strecke. Denn auf einmal löste sich die Bremse und der Wagen drückte gegen mich. Prinzipiell könnte man den Wagen halten, wenn man darauf vorbereitet wäre. Wenn man aber so in sich selber ruhend in die Luft kuckt wie ich, dann hat man keine Chance. Glücklicherweise kam mir aber eine Angestellte des Flughafens zur Hilfe und stemmte sich mit mir gemeinsam gegen den Wagen.
Vor lauter stemmen, verkeilte sich aber dann der Absatz meines Schuhs in den Rillen des Förderbandes und ließ sich nicht mehr lösen. Das Ende des Förderbandes kam immer näher und ich war immer noch fest mit ihm über meinen Schuh verbunden.
20 Zentimeter vor dem Ende entschied ich mich dann „auszusteigen“ wie wir alten Weltkriegspiloten sagen. Ich schlüpfte aus dem Schuh und sah wie sich der metallene Absatz fest in die Endschiene des Förderbandes verkrallte und das ganze Band zum Stillstand kam. Daraufhin lösten sich plötzlich alle Bremsen an den Wagen der Leute, die hinter mir auf dem Band gestanden haben. Die ganz unten schafften es noch die Wagen rückwärts wieder herunter zu bugsieren. Die anderen mussten mit Hilfe des Personals ihre Wagen mit ihrem gesamten Gepäck die schräge nach oben ochsen.
Der Schuh ließ sich nicht mehr befreien und auch herbeigerufene Techniker konnten den Schuh, der sogar den Metallkamm am Ende des Bandes verbogen hatte, nicht lösen. Ich sah noch fünf Minuten zu und ging dann barfuß Zigaretten kaufen.
Dann nahm ich ein paar Ersatzschuhe aus meinem Koffer und fuhr mit dem anderen Förderband nach unten ohne auf die lange Schlange Reisende vor dem gesperrten Band nach oben zurückzublicken.







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Samstag, 12. Juli 2008

Doo Doo Doo - Der Sommerhit 2008 in Thailand

Natürlich ist es in Thailand immer ein bisschen schwer festzustellen, wann denn genau Sommer ist, weil ja immer Sommer ist. Ich würde mal sagen, der Sommer ist immer so zur Trockenzeit von Januar bis April. Wie auch immer - der Sommerhit 2007/2008 steht auf jeden Fall fest: ดู ดู ดูเธอทำ - Doo Doo Doo Tur Tam. Lockerer Reggae made in Thailand. Wenn man das Lied dreimal am Strand mit einem Cocktail auf einer Party gehört hat, wird man es nicht mehr los.

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Freitag, 11. Juli 2008

Nicht sauber und auch nicht rein

Textilpflege in Thailand ist ein doppelt, wahrscheinlich sogar dreifach hartes Los.
Jeder Reiseführer über Thailand empfiehlt „helle, leichte Baumwollkleidung“. Das ist sicher richtig und lässt auch den profansten Pauschaltouristen noch wirken wie einen Tropenexpediteur.
Vergessen wird dabei aber oft, dass besonders Bangkok extrem schmutzig ist. Der ewige Smog, der über der Stadt hängt schlägt sich auf alles nieder, was mit der Oberfläche nicht nach unten zeigt. Das weiße Beinkleid ist also im Nu besudelt. Besonders schlimm ist es zur Regenzeit, wenn sich der Dreck auf der Straße zu einer schwarzen, öligen Paste verflüssigt, die dann beim Laufen auch noch hinten an einem hoch spritzt.
In Deutschland wäre die Reinigung eines so entstellten Textils sicher nicht der Rede wert. In Thailand ist das allerdings anders. Die Waschmaschinen, die einem hier zur Verfügung stehen, werden nur mit normalem Leitungswasser betrieben. Warmes Wasser gibt es nicht. Es gibt auch keine Waschmaschinen, die mit warmen Wasser laufen. Auch wenn man die schmutzigen Kleider in eine Wäscherei gibt, wo sie von fleißigen Damen mit 200 Jahre alten Händen per Hand gewaschen werden, geht der Dreck nicht raus.
Mehrmaliges Waschen macht die Faser nicht besser und führt letzten Endes nur dazu, dass das ehemals weiße Kleidungsstück nun einheitlich grau ist.
Zu dem Straßendreck kommt dann aber noch das Essen: So lecker die thailändischen Curries auch sein mögen. Textilreinigungsprofis sehen in ihnen nichts anderes als eine Rotwein-Senf-Rotebeete-Soße, die jedes Webstück sofort für immer entstellen kann.
Was also tun? Wahrscheinlich so wie es halt nun mal richtig ist. Einen großen Waschzuber kaufen. Kochend heißes Wasser einfüllen, Waschmittel und die mit Fleckenentferner vorbehandelten Klamotten reinschmeißen und einweichen lassen.
Also völlig atypisch für Thailand, wo sonst alles so einfach geht.
Hier hilft nur Fleiß und Spucke.

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Donnerstag, 10. Juli 2008

Seacon Square Bangkok – Eine Hassliebe

Ich hatte ja schon mal vor fast einem Jahr darüber geschrieben. Der Seacon Square ist eine der größten Malls von Bangkok und man kann locker sein ganzes Wochenende darin verbringen. Ich war jetzt seit einiger Zeit nicht mehr da und weiß gar nicht mal genau warum eigentlich. Denn einen Sonntag lang mit Shoppen im Einkaufszentrum zu verbummeln, lecker zu essen, ab und an ein Eis zu genießen, sich die Haare machen zu lassen und dann abends dort ins Kino zu gehen ist doch recht angenehem.
Das schlimme am Seacon Square ist nur seine Architektur. Die ist nämlich so vernünftig angelegt, wie die einer mittelalterlichen europäischen Altstadt – nämlich völlig planlos. Man kann zwei Rolltreppen hochfahren, dann geht es nicht weiter und man muss erst mal 300 Meter weit laufen und die nächste Möglichkeit suchen, um im Gebäude höher zu kommen.
Gleichzeitig hat die Mall ein riesiges Auge in dem ringsherum die Geschäfte angeordnet sind. Von dort geht es dann an einer oder vielleicht auch zwei Stellen in einem doppelten 34,64 Grad-Winkel breite Gänge entlang. Jemand wie ich, die sich kaum in der eigenen Wohnung zurechtfindet ist da natürlich hoffnungslos verloren.
Man kommt sich irgendwie vor wie in einem Jump and Run-Spiel, bei dem man über mehrere Ebenen seinen Gegnern ausweichen muss. Die werden im Seacon Square von den Putzteufeln gestellt, die seelenruhig im Schneckentempo die Gänge entlang schlendern, plaudern und hier und da unvermittelt stehen bleiben um einen vermeintlichen Fleck aufzuwischen. Sicher machen die auch nur ihren Job; aber bitte nicht vor mir, wenn ich Hunger habe und im Food Court schnell was essen will bevor die Kinovorstellung in zehn Minuten anfängt.
Die Unübersichtlichkeit des Einkaufszentrums macht es auch fast unmöglich einen Laden in dem man mal was Schönes gesehen hat, wieder zu finden. Entweder sofort kaufen oder „Auf Nimmer Wiedersehen“
Manchmal muss man sich einfach auch mal über das Ärgern freuen können.

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Mittwoch, 9. Juli 2008

Im Bikini ins Büro

In den letzten Tagen gehe ich immer schon überpünktlich ins Büro und bin noch vor allen anderen Mitarbeitern da.
Nicht, weil plötzlich der Eifer in mir erwacht wäre, oder es was besonders wichtiges zu tun gäbe. Ich habe lediglich entdeckt, dass der Balkon in unserem Büro nach Süden zeigt und man sich bis mittags um zwölf dort herrlich sonnen kann.
Ich hatte ja früher schon mal erwähnt, dass es in Thailand und Asien allgemein als erstrebenswert gilt, eine helle Haut zu haben. Diesen Bonus habe ich jetzt aber lange genug genossen.
Die Thais stehen auf weiße Haut, aber ich stehe halt nicht auf Thais. Und der Rest der Welt findet halt einen knackigen Teint attraktiv. Deswegen habe ich beschlossen ab jetzt meine viel beneidete helle Haut aufzugeben und braun zu werden.
Meine beiden Balkone in meinem Apartment gehen leider nur nach Norden und weil die Sonne in Thailand ja sowieso schon morgens hoch am Himmel steht, kriege ich dort keine Sonne ab. Normalerweise eigentlich eine perfekte Wohnlage, weil es dann nicht so heiß in der Wohnung wird.
Während ich also diese Zeilen tippe, sitze ich im Bikini auf dem Balkon im Büro, höre ein bisschen Salsa (nicht, weil es zu Thailand gehören würde, sondern, weil es mir noch mehr Strandfeeling gibt) und schlürfe kühlen Fruchtsaft.
Ein harter Job also. Aber irgendjemand muss ihn ja machen.

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Dienstag, 8. Juli 2008

Kino in Thailand

Natürlich ist Thailand eher für Sonne, Strand, Tropeninseln, gutes Essen und sein Nachtleben berühmt. Aber auch ins Kino zu gehen macht Spaß, vor allem, wenn man das andere ohnehin direkt vor der Haustür hat.
Kino kostet in Thailand üblicherweise 100 Baht, also weniger als zwei Euro. Die Kinos sind meines Wissens nach ausschließlich im oberen Stockwerk der großen Shopping-Malls untergebracht – zumindest in Bangkok.
Ein Fehler den man nur einmal macht: keinen Pulli mitnehmen. Die Kinos sind wie alle Innenräume auf für Thais offenbar angenehme vier Grad heruntergekühlt. Ich bin auf jeden Fall auch mit Pullover nach der Vorstellung ordentlich durchgefroren.
Besonders wichtig: nachdem die ganze Werbung und die Kinovorschau vor dem Film rum ist und der eigentliche Film beginnt, stehen plötzlich alle auf, denn dem thailändischen König wird Tribut gezollt. Ein rührendes Lied erklingt und Bilder des Königs werden gezeigt. Ungefähr jedes Jahr gibt es eine neue Version dieser Ode an den König und die letzten beiden finde ich auch als Nicht-Thai sehr bewegend. Nachdem die Hymne verklungen ist, verneigen sich die Leute und der Film geht los.
Gestern war ich übrigens im Film „Hancock“ mit Will Smith. Ich weiß nicht, ob der Film auch schon in Deutschland angelaufen ist, aber das war mal wieder ein Film der endlich mal wieder begründet, warum es Filme und Kinos überhaupt geben muss. Nicht weil der Film an sich ein herausragendes cineastisches Meisterwerk wäre oder die Handlung so bewegend ist. Aber es ist einfach alles dabei, was ein Film haben muss um sich einfach zurück zu lehnen und zu genießen: Helden, große Liebe, unglaubliche Action, gute Sprüche, Witz und ein Happy End.
Weil ich ja keinen Fernseher habe und seit fast einem halben Jahr nicht mehr im Kino war, war es ein Erlebnis mich selber dabei zu beobachten, wie ich diesen Film im Kino schaue. Ich glaube ich habe diesen Film so gesehen, wie jemand vor 150 Jahren, der plötzlich in einem Kino sitzt und mit allen Emotionen mitgefiebert.
War mir schon fast etwas peinlich, weil ich ja alleine da war. Hätten Freunde links und rechts neben mir gesessen hätte ich sicher auch noch Rotz und Wasser geheult.

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Montag, 7. Juli 2008

Billig-Fittness Bangkok-Style

Es ist schon irgendwie abgefahren. Jede Kramladen hat hier in Bangkok 24 Stunden am tag auf, aber die Fittenessstudios , die selbst in Deutschland oft bis um zwölf Uhr geöffent haben, machen hier um neun Uhr abends zu.
Das bedeutet, dass man sich abends nach dem Job schon recht sputen muss um sich noch eine ausreichende Runde Work-Out abzuholen, selbst wenn das Studio, wie in meinem Fall direkt um die Ecke liegt.
Wenn man dann zu spät ist hat man nämlich keine Alternativen. Fahrradfahren ist wegen des perversen Verkehrs in Bangkok zumindest in meiner Ecke nicht praktikabel. Joggen geht wegen des dichten Smogs und dem Staub nicht. Deswegen gehen die Leute ja auch in die klimatisierten Studios, obwohl die für das thailändische Preisniveau ziemlich teuer sind.
Vorgestern war ich aber wild entschlossen auch nach neun Uhr noch mal eine ordentliche Portion Kalorien zu verbrennen. Es musste also was her, was im normalen Leben sauanstrengend ist: Treppensteigen. Die Luft bei uns in der Wohnanlage ist gut und nachts um eins, als ich mich endlich bereit fühlte Sport zu treiben ist auch in Thailand im Haus nichts mehr los. Das Treppenhaus ist dazu noch nach außen offen, so dass eine kühle Brise weht und man immer mal nach draußen über die nächtlich beleuchtet Stadt blicken kann.
Das habe ich dann also gemacht. Treppensteigen – von halb eins bis zwei Uhr nachts. Vom Erdgeschoss bis in den siebten Stock. Ganze 15 Mal.
Für eine ansonsten vom Aufzug verwöhnten Wadenmuskulatur ist so ein plötzlicher Kraftakt natürlich nicht so toll und dementsprechend habe ich den Muskelkater des Jahrzehnts. Heute ist der dritte Tag, an dem ich nach dem Aufstehen fünf Minuten bis ins fünf Meter entfernte Bad brauche und mich im Alltag bewege wie eine osteoporotische 120-Jährige.
Aber sobald der Muskelkater weg ist (etwa noch zwei Wochen) mache ich es gleich wieder. Sport-Treppensteigen ist nämlich sehr meditativ und man lernt dabei viel über die Gewohnheiten der Nachbarn – nachts um zwei.

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Sonntag, 6. Juli 2008

Buddha fährt auf Kia Motors ab

Hört sich komisch an, ist aber ganz offensichtlich so.



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Donnerstag, 3. Juli 2008

Mein Nachbar der Stock-Car-Fahrer

Dritter und letzter Teil der „Mein Nachbar“-Trilogie. Wegen des großen Erfolges, der sich schon jetzt abzeichnet, wird es aber wohl in 10 bis 15 Jahren eine Fortsetzung geben (vgl. Star Wars, Indiana Jones u.ä.A.).
Mein Nachbar, genauer gesagt ist es eine Nachbarin ist eine unverbesserliche Chrashfahrerin und dabei ist sie trotzdem unglaublich charmant. Ihre Vermögen am Straßenverkehr in annehmbarer Art und Weise teilzunehmen ist allerdings begrenzt, ich wage sogar zu sagen: nicht vorhanden. Der Umstand, dass sie erst sechs Monate alt ist macht dabei nichts besser.
Neben ihrer Tätigkeit als Amokfahrerin ist sie als meine Nachbarstochter, die gerade erst das Licht der Welt erblickt hat tätig.
Ich hätte vieles ignorieren können: dass sie mir dreimal täglich mit ihrem Windel-Ordeur den Atem raubt und die Tränen in die Augen treibt (bei uns im Haus sind wegen der Hitze alle Wohnungstüren offen), dass sie kräht wie ein kleiner Vogel, was nicht schlimm sondern unerträglich niedlich ist. Aber das sie mich neulich als ich auf den Lift wartete aus dem Hinterhalt mit ihrem Laufstall angefahren hat – darüber komme ich nicht hinweg.
Ich hätte die Gefahr eigentlich wegen der zahlreichen Rasseln, Hupen, bunten Perlen und Glockenspielen näher kommen sehen und hören können. Aber ich ruhte wohl zu sehr in mir selbst.
Das Gefährt traf mich völlig unvorbereitet in die Kniekehle und schickte mich in eine Welt aus Schock, Schmerz, Blut Schweiß und Tränen.
Der Aufenthalt dort währte allerdings nur kurz und schon bald darauf übergab ich die Unglücksfahrerin den Ordnungskräften (Mutter).
Eine scheinbar harmlose Episode meines sonst eher unharmlosen Alltags in bangkok. Trotzdem hat es dazu gereicht, dass ich jetzt jedes Mal wenn ich auf den Aufzug warte ein nervöses Zucken im Auge entwickele.
Es ist also wahr: Kleine Ursache, große Wirkung.

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Mittwoch, 2. Juli 2008

Mein Nachbar der Rockstar

Nicht nur das ich einen Elefanten zum Nachbarn habe – einer meiner Nachbarn ist auch Rockstar. Und das im Shamrock auf der Khao San Road. Wie klein doch manchmal die Welt ist.
Ich hab ihn gar nicht erkannt und hätte nie geahnt, dass der, der hier im Hof immer mit seinem Kind auf dem Arm rumspaziert, dergleiche ist, der Sonntags das Shamrock rockt.
Irgendwann hat er mich dort aber mal nach der Show angesprochen und gesagt, dass er mich mal beim Wäschewaschen gesehen hätte. Das können natürlich nicht so viele Leute von sich behaupten. Wenn ich also sonntags im Shamrock aufkreuze und er mich im Publikum entdeckt, dann zeigt er immer mit dem Finger auf mich und begrüßt mich. Da drehen sich natürlich dann alle Köpfe nach mir um. Sonntags sind sie nämlich zu dritt auf der Bühne. Zwei Männer und ein Mädel. Und alle drei kennen mich und begrüßen mich von der Bühne aus. Das schafft natürlich Aufmerksamkeit.
Indirekt berühmt sein ist ja auch nicht so schlecht.

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